Haben Ihre Tulpen in diesem Frühjahr nicht ausgetrieben? Ist ein Großteil Ihrer ausgesäten Erbsen verschwunden? Oder sehen Sie Gänge in Ihrem Gemüse- und Ziergarten? Wenn Sie mindestens eine dieser Fragen mit Ja beantwortet haben, könnte eine Wühlmaus für die Schäden an Ihren Pflanzen verantwortlich sein.
In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie die Anzeichen von Wühlmäusen erkennen, welche Schäden sie im Garten verursachen können und vor allem, wie Sie sie mit natürlichen und einfachen Methoden effektiv vertreiben. Mit Entschlossenheit und den richtigen Maßnahmen können Sie das Gleichgewicht in Ihrem Garten wiederherstellen. Entdecken Sie, wie Ihr Garten gesund und üppig bleibt, ganz ohne ungebetene Gäste.
Wühlmaus oder Maulwurf
Die Wühlmaus (Arvicola terrestris) gehört zu den Nagetieren und zählt zur Familie der Wühlmäuse. Dazu gehören auch größere Arten wie die Bisamratte sowie kleinere Arten wie Feld- und Erdmäuse. Mit dem Maulwurf hat sie jedoch wenig gemeinsam.
Viele Menschen verwechseln diese beiden Tiere, da beide Gänge in Gärten und Wiesen graben. Aus der Nähe betrachtet unterscheiden sie sich jedoch deutlich. Sowohl Maulwürfe als auch Wühlmäuse leben meist unter der Erde, weshalb man sie nur selten zu Gesicht bekommt.
Wühlmäuse sind kleine, gedrungene Nagetiere, die Feldmäusen ähneln. Auf den ersten Blick können sie wie Mäuse wirken. Im Gegensatz zum Maulwurf sind sie Pflanzenfresser und ernähren sich nicht von Insekten oder Larven. Während der Maulwurf seine Gänge mit den Vorderpfoten gräbt, nagt sich die Wühlmaus mit ihren Zähnen durch den Boden.
Trick zur Vertreibung
Wühlmäuse reagieren empfindlich auf Vibrationen und Lärm. Stellen Sie ein Radio auf, verwenden Sie vibrierende Geräte oder erzeugen Sie gelegentlich Geräusche im Boden, um sie zu vertreiben.

Nahrung der Wühlmaus
Wie viele andere Nagetiere ist die Wühlmaus ein Allesfresser. Auf ihrem Speiseplan stehen Wurzeln von Pflanzen und Obstbäumen, Kartoffelknollen, Karotten sowie junge Triebe frisch gepflanzter Bäume.
Neben pflanzlicher Nahrung frisst sie auch Insekten, Raupen und andere kleine Bodenorganismen.
Zu den häufig befallenen Pflanzen gehören:
Wurzelgemüse:
- Kartoffeln
- Karotten
- Radieschen
- Rüben
Zwiebelpflanzen:
- Zwiebeln
- Lauch
- Knoblauch
Weitere Gemüsesorten:
- Bohnen
- Erbsen
- Salat
Zierpflanzen:
- Dahlien
- Gladiolen
- Funkien
Obstbäume:
- Äpfel
- Birnen
- Pflaumen
Wenn Sie Probleme mit Wühlmäusen haben, sollten Sie geeignete Maßnahmen zur Vertreibung oder Reduzierung ihrer Population ergreifen. Es gibt verschiedene Fallen, Repellentien und Methoden, wichtig ist, umweltfreundliche und wirksame Lösungen zu wählen.

Trick zur Vertreibung
Verwenden Sie eine Plastikflasche, die durch den Wind störende Geräusche erzeugt. Wird die Flasche mit der Öffnung nach oben in den Boden gesteckt, beginnt sie bei Wind zu pfeifen und stört die Wühlmäuse mit hohen Tönen.
Wie erkennt man Wühlmäuse im Garten? Pflanzen fehlen die Wurzeln, da sie abgefressen wurden. Die Gänge sind eher breit als hoch. Im Gegensatz zum Maulwurf verursachen sie direkten Schaden an Pflanzen und Obstbäumen. Im Winter, wenn weniger Nahrung vorhanden ist, fressen sie vermehrt an Rinde und Wurzeln von Obstbäumen. Wühlmäuse leben durchschnittlich nur 3 bis 6 Monate.
Schäden und Krankheiten durch Wühlmäuse
Wühlmäuse verursachen nicht nur Schäden im Gemüsebeet, sondern auch an Obstbäumen. Durch die Schäden kann es passieren, dass Bäume im Frühjahr schlecht oder gar nicht austreiben.
Eine bekannte Krankheit, die von Nagetieren übertragen werden kann, ist das sogenannte Hantavirus (umgangssprachlich „Mäusekrankheit“). Die Übertragung erfolgt über das Einatmen von Viruspartikeln aus Ausscheidungen wie Urin, Kot oder Speichel.
Falle für Wühlmäuse
Auf kleineren Flächen können Fallen eingesetzt werden, die in der Nähe von Pflanzen oder Obstbäumen platziert werden. Auch Köder mit Erdnussbutter werden verwendet. Diese sollten vor allem zwischen Mittag und frühem Abend ausgelegt werden, da die Tiere dann besonders aktiv sind.
Eine sehr effektive Methode ist auch der physische Schutz von Pflanzen. Dafür werden engmaschige Drahtkörbe verwendet, die Wurzeln und Zwiebeln schützen.
Gift ist die schlechteste Wahl, da es nicht selektiv wirkt und auch andere Tiere gefährdet.
Wühlmäuse meiden den Geruch von Narzissen, Kaiserkrone sowie die Wurzeln von Pflanzen wie Rizinus oder Stechapfel. Es gibt auch organische Dünger mit höherem Stickstoffgehalt sowie Rauch- oder Schwefelpräparate, die jedoch oft nur eine kurzfristige Wirkung haben.
Trick zur Vertreibung
Zerdrücken Sie Knoblauch und Zwiebeln und legen Sie diese in die Gänge oder an deren Eingänge. Der Geruch wirkt abschreckend auf Wühlmäuse.
Einfache Wühlmausfalle selbst bauen
Eine einfache Falle lässt sich selbst herstellen. Hier eine kurze Anleitung:
Benötigt werden:
- Kunststoff- oder Kartonrohr (z. B. von Küchenrolle)
- Feder (z. B. aus einem alten Gerät)
- Holzstab oder Klammer
- Draht oder Schnur
Anleitung:
- Wählen Sie ein ausreichend stabiles Rohr.
- Verschließen Sie ein Ende und vergraben Sie das Rohr nahe einem Gang.
- Setzen Sie die Feder ein.
- Befestigen Sie den Auslösemechanismus.
- Fixieren Sie die Schnur, damit die Falle nicht entfernt werden kann.
- Beim Auslösen wird die Wühlmaus gefangen.
Kontrollieren Sie die Fallen regelmäßig und achten Sie auf sichere Handhabung.
Wühlmäuse natürlich vertreiben:
Ökologische Bekämpfung
Wühlmäuse meiden Gerüche wie Knoblauch, Zwiebeln und Zitrusfrüchte. Legen Sie daher Zitronen- oder Orangenschalen, Holunderzweige oder Zypressen in die Gänge.
Für zusätzlichen Schutz können Pflanzen in Pflanzsäcke oder Hochbeete gesetzt werden, da Wühlmäuse diese Materialien nicht durchbeißen.
Durch das Einbringen von Kompost und organischen Düngern verbessern Sie die Bodenstruktur und erschweren das Graben von Gängen.
Fördern Sie natürliche Feinde wie Greifvögel, Füchse, Schlangen oder Dachse im Garten.
Trick zur Vertreibung
Mischen Sie Wasser mit einigen Tropfen ätherischer Öle wie Pfefferminze, Eukalyptus oder Rizinusöl und besprühen Sie betroffene Bereiche.
Im Garten begegnen wir vielen Herausforderungen von Krankheiten bis zu Wetterextremen. Wühlmäuse sind eine davon. Mit Wissen, Geduld und natürlichen Methoden können wir jedoch zeigen, dass wir auch diese Herausforderung meistern können.
Gleichzeitig sollten wir bedenken, dass Wühlmäuse Teil des natürlichen Ökosystems sind. Ziel sollte es sein, ein Gleichgewicht zu schaffen. Durch den Austausch von Erfahrungen und kontinuierliches Lernen können wir nachhaltige Lösungen finden für einen gesunden Garten und erfolgreiches Gärtnern.






























